Der vergessliche Diabetiker

Die digitale Demenz nimmt ihren lauf. Immer mehr Informationen werden nicht mehr im Gehirn gespeichert, sondern auf der mobilen Festplatte. Mich hat die digitale Demenz längst eingeholt. Früher konnte ich die Telefonnummern von Freunden und Verwandten noch auswendig, heute habe ich noch so gerade die Nummer meiner Eltern im Kopf.

Vergesslichkeit und Diabetes passt nicht gut zusammen. Wer kennt es nicht, man steigt aus dem Auto läuft los und fragt sich „Misst – abgeschlossen ja oder nein?“ Ähnlich geht es mir öfters mal mit meiner Diabetes. Habe ich jetzt für das Essen gespritzt – Ja oder Nein? Ist mein Testgerät im Rucksack – Ja oder Nein? Traubenzucker dabei? Basisinsulin gespritzt? Wie war mein letzter Wert noch gleich? So oder so ähnliche Fragen kommen in meinem Alltag immer wieder vor.

Doch es gibt ein paar nützliche Tools, die Abhilfe schaffen können.

Bluetooth Tracker

Das Problem mit der Vergesslichkeit habe offensichtlich nicht nur ich, daher gibt es sämtliche Schlüssel Tracker Hersteller. Diese können natürlich einfach Zweckentfremdet werden und an den Insulin Pen oder das Messgerät geheftet werden. Sie unterscheiden sich im Preis und der Reichweite. Fast alle Tracker kommen mit einer kostenlosen App. Die kann dann ein Alarm Signal geben, wenn man sich zu weit von seinem Diabetes Equipment entfernt oder auch die Suchfunktion aktivieren sollte man sein Diabeteskram mal verlegt haben.

Timesulin

Der Timesulin Insulin Erinnerungsdeckel erinnert an die letzte Injektion, sodass eine potentielle Doppeldosierung einfacher vermieden werden kann. Er zeigt die vergangene Zeit zur letzten Injektion an und dabei muss nichts eingestellt oder programmiert werden. Den Deckel gibt es leider nicht für jeden Pen, sondern lediglich für den Novo Nordisk Flexpen, Kiwik Pen und Solostar.

 

 

Novopen Echo Insulinstift

Der Novopen Echo hat die Erinnerungsfunktion bereits integriert. Er kann die zuletzt gespritzte Insulin Dosis anzeigen und die Zeit die bereits vergangen ist. Ich nutze diesen Pen selber und bin von der Qualität und dem Material ziemlich begeistert. Er ist sofort einsatzbereit, funktioniert mechanisch, was mir sehr gefällt und ist nicht viel zu groß wie andere Pens. Wünschenswert wäre eine Bluetooth Funktion, sodass die Werte auch an eine App gesendet werden können. Ich nutze den Pen für das Tresiba Insulin, welches zumindest in Deutschland leider nicht mehr verfügbar ist.

 

In eigener Sache:

Nadel-Box

Automatisierte Nadel Box

Ein weiteres Problem von mir, ich finde diese Nadelboxen hässlich…. Sie verschwinden bei mir in Ecken oder Kisten. Doch um die Nadel zu wechseln, muss natürlich die Box wieder herausgeholt werden. Dieser Aufwand führt dazu, dass ich gerne und bewusst vergesse die Nadel zu wechseln. Ich werde mir jetzt Abhilfe schaffen und eine schöne Box Designen die auf meinem Tisch gerne gesehen wird 🙂 ein bisschen Technik darf nicht fehlen, daher wird die Box mit einem kleinen Motor versehen.

Mehr zu dem Nadel Box Projekt kommt bald unter dem Punkt Tutorials. Dort werde ich meine eigenen Projekte vorstellen und Anleitungen bereit stellen.

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Ein Gedanke zu „Der vergessliche Diabetiker

  1. Hallo Kevin,
    da hast du ganau das geschrieben, was ich auch dazu sagen könnte. Ich hatte jahrelang den Memoire Pen von Lilly, aber auch mir unerfindlichen Gründen wurde die Herstellung eingestellt. Wirklich wichtig ist doch der letzte Stich, mehr an Uhrzeit und von mir aus noch Menge der Einheiten, braucht man doch nicht.
    Ich hatte einige Zeit den Pendiq 2.0, das war eine Fummelei. Das Einrichten meines PC`s ist einfacher. Viel zu viel an Einstellungen und zu kompliziert, um nur den Blutzucker zu messen. Der Vorteil den dieser Pen hatte, ist die Möglichkeit ihn aufzuladen, das wiederum musste man zu oft machen. Ansonsten schmeißt man die Pens nach etwa 2 Jahren in die Tonne.
    Ich benutze nun wieder den guten alten analogen Luxora Pen von Humalog, da gibt es keinen Akku. Leider ist deswegen meine Unsicherheit nach manchem spritzen nicht weg. Manchmal meine ich ich werde verrückt, denn schon etwas später überlege ich des Öfteren – hast du gespritzt oder nicht. Schon eine kleine Ablenkung wie ein Gespräch oder ein Telefongespräch oder oder, kann die Unsicherheit ausgelöst haben. Ich habe zwar seit 20 Jahren Diabetes, aber mein Gedächtnis ist ansonsten top in Schuss. Ich weiß wie alt ich bin und finde den Weg nach Hause noch alleine;o)).
    MfG,
    Wilfried

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